Rückfahrleuchte: Warum leuchtet sie weiss?

Rückfahrleuchte
Hinten rot, beim Rückwärtsfahren plötzlich weiss: Wir erklären, warum die Rückfahrleuchte weiss ist, was vorgeschrieben ist und was bei einem Defekt gilt.

Alles auf einen Blick:

  • Warum weiss? | Weisses Licht leuchtet die Fläche hinter dem Auto am besten aus und signalisiert anderen: Dieses Auto bewegt sich auf dich zu.
  • Wann leuchtet sie? | Nur bei eingelegtem Rückwärtsgang (bei Automatik: Stellung «R») und eingeschalteter Zündung.
  • Ist sie Pflicht? | Ja. Mindestens eine weisse Rückfahrleuchte ist vorgeschrieben, eine zweite ist bei Personenwagen erlaubt.
  • Geregelt in | Internationalen UNECE-Regelungen Nr. 23 (Leuchte) und Nr. 48 (Anbau), die auch in der Schweiz gelten.
  • Andere Farbe erlaubt? | Nein. Farbige Folien oder Leuchtmittel sind nicht zulässig.
  • Defekt – was tun? | Möglichst rasch ersetzen lassen. Bei der Fahrzeugprüfung (MFK) wird eine defekte Rückfahrleuchte beanstandet.

Weiss für Sicht und Sicherheit

Am Heck deines Autos leuchtet fast alles rot oder orange – nur eine Leuchte fällt aus der Reihe. Sobald du den Rückwärtsgang einlegst, geht hinten ein weisses Licht an. Das ist kein Zufall, sondern hat zwei klare Gründe: Sicht und Signalwirkung. Die Profis von carmarket erklären, was dahintersteckt.

Die Farbcodes am Auto: Weiss heisst «vorne»

Die Farbcodes am Auto: Weiss heisst «vorne»

Lichtfarben am Auto folgen einer einfachen Logik, die international einheitlich ist: Weisses Licht zeigt nach vorne, rotes Licht nach hinten, orangefarbenes Licht steht für Richtungswechsel und Warnungen. Wer im Verkehr ein weisses Licht sieht, verbindet es deshalb instinktiv mit der Front eines Autos – und damit mit einer Bewegung in seine Richtung.

Rückfahrleuchte

Genau dieses Prinzip nutzt die Rückfahrleuchte. Legst du den Rückwärtsgang ein, wird das Heck deines Autos für kurze Zeit zur «Front». Das weisse Licht macht für alle anderen sofort klar: Achtung, dieses Auto kommt gleich auf mich zu.

Weisses Licht sorgt für die beste Sicht

Grund 1: Weisses Licht sorgt für die beste Sicht

Die Rückfahrleuchte heisst nicht ohne Grund auch Rückfahrscheinwerfer. Sie soll nicht nur gesehen werden, sondern auch selbst etwas sichtbar machen: den Bereich direkt hinter deinem Auto. Weisses Licht ist dafür ideal, weil es das gesamte Farbspektrum enthält. Hindernisse, Bordsteine, Pfosten oder spielende Kinder sind darin klar und in ihren echten Farben zu erkennen.

Rotes oder oranges Licht würde dagegen vieles verschlucken und Kontraste verfälschen. Gerade beim Einparken in einer dunklen Tiefgarage oder auf einem unbeleuchteten Parkplatz am Abend macht das einen spürbaren Unterschied.

Rückfahrkameras profitieren vom weissen Licht

Ein moderner Zusatznutzen: Auch Rückfahrkameras profitieren vom weissen Licht. Das Kamerabild ist bei Dunkelheit heller und farbtreuer, was dir beim Rangieren zusätzliche Sicherheit gibt.

Eine eindeutige Warnung für andere

Grund 2: Eine eindeutige Warnung für andere

Ebenso wichtig ist die Signalwirkung. Rote Rückleuchten und Bremslichter sind am Heck Alltag – ein weiteres rotes Licht würde kaum auffallen. Ein weisses Licht am Heck ist dagegen ungewöhnlich und zieht sofort Aufmerksamkeit auf sich.

So erkennen Fussgängerinnen, Velofahrer und andere Autofahrende rechtzeitig, dass du gleich zurücksetzt. Besonders auf Parkplätzen, in Quartierstrassen oder bei Ausfahrten verhindert das viele brenzlige Situationen.

 Gesetz zur Rückfahrleuchte

Was das Gesetz zur Rückfahrleuchte sagt

Die Rückfahrleuchte ist keine freiwillige Komfortfunktion, sondern Pflicht. Die technischen Anforderungen sind in internationalen Regelungen der UNECE festgelegt, die auch in der Schweiz gelten: Die Regelung Nr. 23 beschreibt die Leuchte selbst, die Regelung Nr. 48 regelt, wie und wo sie am Auto angebracht sein muss.

Wichtig für dich: Wer die Rückfahrleuchte mit Folien einfärbt oder farbige Leuchtmittel einsetzt, riskiert Ärger bei einer Polizeikontrolle und spätestens bei der nächsten Fahrzeugprüfung.

Warum hat mein Auto nur eine Rückfahrleuchte?

Warum hat mein Auto nur eine Rückfahrleuchte?

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass bei manchen Autos nur auf einer Seite ein weisses Licht angeht. Das ist erlaubt und kein Defekt. Häufig sitzt auf der anderen Seite stattdessen die rote Nebelschlussleuchte – in Ländern mit Rechtsverkehr wie der Schweiz meist links, die Rückfahrleuchte rechts. So teilen sich beide Funktionen die Gehäuse, ohne dass zusätzliche Leuchten nötig sind.

Rückfahrleuchte defekt: Das solltest du tun

Rückfahrleuchte defekt: Das solltest du tun

Ob deine Rückfahrleuchte funktioniert, merkst du selbst kaum – sie leuchtet ja hinter dir. Ein einfacher Test: Zündung an, Bremse treten, Rückwärtsgang einlegen und eine zweite Person schauen lassen. Alternativ hilft der Blick in den Rückspiegel vor einer hellen Wand oder einem Garagentor.

durchgebrannten Leuchtmittel

Ist die Leuchte ausgefallen, liegt es oft an einem durchgebrannten Leuchtmittel. Bei älteren Autos lässt sich die Glühbirne meist einfach selbst wechseln. Bei modernen LED-Rückleuchten ist oft die ganze Einheit betroffen – hier lohnt sich der Gang zu einem Profi. Seltener steckt ein defekter Schalter am Getriebe oder ein Kabelproblem dahinter.

Lass den Fehler nicht zu lange liegen: Eine defekte Rückfahrleuchte ist ein Sicherheitsrisiko und wird bei der Fahrzeugprüfung (MFK) beanstandet.

Gut zu wissen: Ein Blick in die Geschichte

Rückfahrleuchten gibt es schon seit über 100 Jahren. Als eines der ersten Autos mit einem Rückfahrlicht gilt der amerikanische Wills Sainte Claire aus den frühen 1920er-Jahren. Zur Serienausstattung wurden sie aber erst Jahrzehnte später – heute sind sie aus keinem Auto mehr wegzudenken.

Weiss für Sicht und Sicherheit

Weiss für Sicht und Sicherheit

Die Rückfahrleuchte ist weiss, weil sie zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllt: Sie leuchtet den Bereich hinter deinem Auto bestmöglich aus und warnt alle anderen unmissverständlich, dass du gleich zurücksetzt. Achte deshalb darauf, dass sie immer funktioniert – sie gehört zu den unscheinbaren, aber wichtigen Sicherheitsfunktionen deines Autos.

Gesetz zur Rückfahrleuchte:

  • Lichtfarbe: ausschliesslich weiss
  • Anzahl: mindestens eine Rückfahrleuchte; bei Personenwagen ist eine zweite erlaubt, bei langen Fahrzeugen sind zwei vorgeschrieben
  • Einschalten: automatisch, nur wenn der Rückwärtsgang eingelegt und die Zündung eingeschaltet ist
  • Ausrichtung: nach hinten, ohne andere zu blenden
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FAQ zu der Rückfahrleuchte

Warum ist die Rückfahrleuchte weiss und nicht rot?

Weisses Licht leuchtet den Bereich hinter dem Auto am besten aus und hebt sich deutlich von den roten Rück- und Bremslichtern ab. So sehen andere sofort, dass das Auto rückwärtsfährt.

Ist eine Rückfahrleuchte in der Schweiz Pflicht?

Ja. Gemäss den UNECE-Regelungen, die auch in der Schweiz gelten, muss ein Auto mindestens eine weisse Rückfahrleuchte haben.

Warum hat mein Auto nur eine Rückfahrleuchte?

Eine Rückfahrleuchte reicht gesetzlich aus. Oft sitzt auf der anderen Seite die rote Nebelschlussleuchte im gleichen Gehäuse.

Darf ich die Rückfahrleuchte farbig machen?

Nein. Die Lichtfarbe muss weiss sein. Farbige Folien oder Leuchtmittel sind nicht zulässig.

Was passiert, wenn die Rückfahrleuchte defekt ist?

Eine defekte Rückfahrleuchte ist ein Sicherheitsmangel und wird bei der Fahrzeugprüfung (MFK) beanstandet. Lass sie möglichst rasch ersetzen.

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