Was man über E-Autos wissen sollte

Energie Ettickette
Kauft man sich ein neues Auto, spielt die hohe Energieeffizienz eine wichtige Rolle.

Doch eine Einstufung im grünen Bereich gibt nur bedingt an, wie umweltfreundlich ein Auto ist. Vergleicht man Elektroautos mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, sind für eine bessere Klimabilanz vor allem vier Faktoren entscheidend.

Interessiert man sich für ein Auto, setzt man sich früher oder später auch mit der Energieetikette auseinander. Diese gibt Auskunft über Grösse, Leistung oder Ausstattung. Weiter beinhaltet sie Informationen zu Modell, Treibstoffverbrauch oder CO2-Ausstoss. Was jedoch am auffälligsten ist, sind die farbigen Energieeffizienzbalken. Doch was bedeutet das Farbspektrum von Grün über Gelb bis Rot?

Energieeffizienzklassen A bis G

Welches Fahrzeug welchem Buchstaben zugeteilt wird, hängt vom gesetzlich festgelegten CO2-Zielwert ab. Dieser liegt derzeit bei 118 g CO2/km und markiert den Grenzwert zwischen den Energieeffizienzklassen B und C. Das bedeutet, dass ein Auto auf einem Kilometer nicht mehr als 118 Gramm Kohlendioxid ausstossen darf. Dabei handelt es sich um ein Gas, das bei der Verbrennung von Benzin oder Diesel zum Antrieb eines Autos entsteht. Liegt der CO2-Ausstoss eines Autos im Fahrbetrieb über dem Zielwert, wird es in die Klassen C bis G eingestuft. Ist der CO2-Ausstoss unter dem Zielwert, erfolgt eine Einstufung in A oder B. Die Schweizer Klimaziele sehen vor, die Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren und bis 2050 auf Netto-Null zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen, überprüft und korrigiert das Bundesamt für Umwelt (BAFU) den Zielwert alle vier Jahre. Die nächste Anpassung ist für 2025 vorgesehen.

Wie lassen sich Benzin-, Diesel-, Elektro- und Hybrid-Autos miteinander vergleichen?

Zum Vergleich der verschiedenen Antriebsarten dient Benzin als Referenzenergie, da es nach wie vor der am häufigsten verwendete Kraftstoff für Autos ist. Man spricht dabei vom so genannten Primärenergieäquivalent Benzin (PE-BÄ). Die Masseinheit gibt an, wie viel Energie etwa für die Förderung, den Transport und die Verarbeitung der Rohstoffe benötigt wird. Da Benzin der Referenztreibstoff ist, hat ein Liter Benzin ein Primärenergieäquivalent von 1,0. Für Diesel liegt dieser Wert bei 1,07 und für Strom bei 0,21. Der Zielwert von 118 g CO2/km entspricht einem PE-BÄ von 5,09. Um die Grenzwerte der übrigen Energieeffizienzklassen zu berechnen, werden jeweils 20 Prozent zu- oder abgezogen.

Sind Elektrofahrzeuge am energieeffizientesten?

Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind in der Regel energieeffizienter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dies ist unter anderem auf den hohen Wirkungsgrad zurückzuführen. Gemäss «EnergieSchweiz», dem Energieförderprogramm des Bundes, liegt dieser bei Elektroautos bei über 90 Prozent. Beim Benzinmotor sind es bestenfalls 35 bis 40 Prozent. Im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor kann ein Elektroauto also die zugeführte Energie weitgehend verlustfrei in Bewegung umsetzen. Kurz gesagt: Je höher der Wirkungsgrad eines Autos, desto weiter kann es mit einer Tankfüllung fahren. Wie energieeffizient das eigene Auto ist, kann im Verbrauchskatalog des Bundesamtes für Energie überprüft werden.

Wie umweltfreundlich sind Elektrofahrzeuge?

Im Gegensatz zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen verursachen Elektroautos beim Fahren keine direkten Emissionen. Betrachtet man jedoch die Klimabilanz eines Elektroautos, fährt es nicht mehr emissionsfrei. Bei der Analyse der Klimabilanz wird der gesamte Lebenszyklus von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung eines Autos bewertet. Vier Punkte fallen dabei besonders ins Gewicht:

Giftige Schadstoffe

Während Elektroautos beim Fahren keine Treibhausgase ausstossen, verursacht die Herstellung der Batterien hohe Emissionen giftiger Schadstoffe wie Stickoxide, Feinstaub und Schwefeldioxid. Im Vergleich zu modernen, schadstoffarmen Verbrennungsmotoren dauert es länger, bis die Emissionen aus der Produktion von Elektroautos kompensiert sind. In vielen Fällen reicht die durchschnittliche Lebenserwartung eines Autos nicht aus, um diesen Ausgleich zu erreichen.

Grösse und Herkunft der Batterie

Die Grösse der Batterie beeinflusst die Umweltbelastung pro gefahrenen Kilometer. In der Schweiz liegen die Grössen zwischen 27 und 108 kWh. Dementsprechend kann die Umweltbelastung je nach Fahrzeugmodell bis zu viermal höher oder tiefer ausfallen. Auch das Produktionsland der Batterie spielt eine Rolle. Batterien aus China weisen aufgrund des hohen Anteils an Kohlekraftwerken eine deutlich schlechtere Klimabilanz auf als solche aus Europa.

Fahrzeugtyp

Elektroautos mit grösseren Batterien sind in der Regel auch grösser und schwerer. Die Umweltbelastung bei der Herstellung eines Elektro-SUV ist daher höher als bei einem Elektro-Kleinwagen.

Herkunft des Ladestroms

Auch der Strom, mit dem ein Elektroauto aufgeladen wird, beeinflusst die Klimabilanz. So belastet Strom aus Wind- oder Wasserkraft die Umwelt nur wenig. Stammt der Strom dagegen aus einem Kohle-, Öl- oder Atomkraftwerk, ist die Umweltbelastung pro kWh vergleichsweise 20- bis 30-mal höher.

EU-Batteriepass

Mit der neuen Batterieverordnung, die voraussichtlich Mitte dieses Jahres in Kraft tritt, will die Europäische Union mehr Transparenz bei der Herstellung und dem ökologischen Fussabdruck von Elektroautos schaffen. Dazu ist unter anderem ein digitaler Pass für jede Batterie in einem Elektrofahrzeug vorgesehen. Ab 2027 sollen für jede dieser Batterien rund 120 Einzeldaten abrufbar sein, die ihren gesamten Lebenszyklus von der Produktion über die Nutzungsphase bis zum Recycling abbilden.

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