Autofahren im Herbst: Das sind die Gefahren
Bei feuchtem Laub ist Vorsicht geboten
Bei rutschigen Fahrbahnen denkt man in erster Linie an Eis oder Schnee. Aber auch feuchtes Laub kann diesen Effekt auslösen. Bei laubbedeckten Strassenabschnitten besteht in der Kurve die Gefahr des Wegrutschens und auf jeden Fall verlängert sich der Bremsweg. Darum sollte gerade innerorts die Geschwindigkeit reduziert und den Bedingungen angepasst werden. Laubbedeckte Strassen verdecken ausserdem Schlaglöcher, welche durch die frühe Dunkelheit spät oder gar nicht erkennbar sind.
Scheiben beschlagen bei verstopfter Lüftung schneller
Laub ist aber nicht nur auf der Strasse ärgerlich, sondern auch auf dem draussen abgestellten Fahrzeug. Die Blätter sammeln sich im Belüftungsschacht der Windschutzscheibe und verstopfen die Luftzufuhr zum Innenraum. Ohne diese Luftzirkulation beschlagen die Scheiben schneller. Darum lohnt sich das Entfernen der Blätter vor der Fahrt.
Plötzlicher Nebel: Was nun?
Schlechte Sicht durch Nebel und Dunkelheit führt dazu, dass man die Abstände nicht gut einschätzen kann. Die Folge: Man fährt oft schneller, als man denkt. Im Idealfall sollte man auf Fahrten in der Nacht oder bei Nebel verzichten, raten Experten. Geht das nicht, kann man folgende Punkte beachten:
- Sich am Steuer nicht durch Mitfahrende oder das Autoradio ablenken lassen
- Das Fahrzeug immer an den Strassenmarkierungen ausrichten
- Die Geschwindigkeit an die Sichtweite anpassen
- Bei sehr dichtem Nebel das Fenster öffnen, um Geräusche besser wahrnehmen zu können
- Fahrzeuge und Personen können aus dem Nichts auftauchen. Darum immer die Bremsbereitschaft sicherstellen.
Wann ist es erlaubt, mit Nebellicht zu fahren?
Ein Nebellicht ist gemäss Strassenverkehrsgesetz nicht obligatorisch. Die Verkehrsregelverordnung (VRV) Art. 30 Abs. 4 sagt: «Nebellichter und Nebelschlusslichter dürfen nur verwendet werden, wenn die Sicht wegen Nebels, Schneetreibens oder starken Regens erheblich eingeschränkt ist.» Allerdings darf man nicht vergessen, bei klaren Verhältnissen das Licht wieder auszuschalten. Andernfalls droht eine Busse von 40 Franken.
Licht früher einschalten – auch das Abblendlicht
Die Nächte im Herbst werden länger, für eine gute Sicht sind einwandfrei funktionierende Lichter am Fahrzeug wichtig. Da das Tagfahrlicht bei schlechter Sicht zudem nicht ausreichend ist, sollte das Abblendlicht schon vor der Dämmerung eingeschaltet werden.
Wildwechsel und Zeitumstellung
Im Herbst ist Brunftzeit, was ausserorts und in Waldgebieten zu mehr Wildwechseln führt. Durch die Zeitumstellung sind die Tiere, die sich gerne in der Dämmerung bewegen, zur gleichen Zeit wie die Berufspendler unterwegs. Es ist also keine Überraschung, dass gerade in dieser Zeit die Zahl der Wildunfälle ihren Höhepunkt erreicht.
Wie aber sollte man sich verhalten, wenn plötzlich ein Wildtier auf der Strasse steht? Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat dafür folgende Tipps:
- Grundsätzlich gilt: Das Verkehrsschild «Wildwechsel» unbedingt ernst nehmen: Tempo reduzieren und vermehrt auf den Fahrbahnrand achten
- Viele Tiere sind Herdentiere. Rennt eines über die Strasse, ist es gut möglich, dass weitere folgen
- Ausweichmanöver können riskant sein und sollten vermieden werden.
- Je nachdem ist der kontrollierte Zusammenstoss die bessere Option. Für das Tier ist es besser, wenn man es möglichst frontal trifft
- In einem Unglücksfall sofort die Unfallstelle sichern und die Polizei rufen
Busse bei Fahrerflucht
Wer sich nach einem Wildunfall von der Unfallstelle entfernt, macht sich der Tierquälerei und Fahrerflucht schuldig und muss mit einer Strafverfolgung rechnen. Gemäss Tierschutzgesetz muss man sich um das verletzte Tier kümmern und die Polizei, den Wildhüter oder den Tierarzt benachrichtigen. Auf keinen Fall sollte man das Tier selbst zum Tierarzt bringen, weil der Umgang mit Menschen grossen Stress für die Tiere bedeutet.