Elektroauto Occasion: 6 Mythen im Faktencheck
Elektroauto Occasion: 6 Mythen über gebrauchte E-Autos im Faktencheck
Zu wenig Reichweite, teure Batterie, schnell veraltet? Rund um gebrauchte Elektroautos halten sich viele Vorurteile. Die meisten davon stimmen nicht: Vier- bis fünfjährige E-Occasionen schaffen meist 400 km und mehr, die Batterie ist in der Regel noch in sehr gutem Zustand und durch eine lange Garantie abgesichert. Hier findest du die sechs häufigsten Mythen im Faktencheck.
| Mythos | Fakt |
|---|---|
Zu wenig Reichweite | 4–5 Jahre alte E-Occasionen haben meist 400 km Normreichweite oder mehr |
Hoher Wertverlust | Für Käufer ein Vorteil: günstiger Einstieg in die Elektromobilität |
Technisch veraltet | Reichweiten in der Mittelklasse seit 2020 kaum gestiegen, Schnellladen längst Standard |
Teurer Batterietausch | Kompletter Tausch selten nötig, Garantie meist 8 Jahre bzw. 160’000 km |
Nicht ökologischer | Nach rund 50’000 km besser als ein Verbrenner, Akkus werden rezykliert |
Ohne Ladestation sinnlos | Laden beim Arbeitgeber, öffentlich oder am Schnelllader ist gut möglich |
Batteriezustand: Darauf kommt es bei der E-Occasion an
Der wichtigste Wert beim gebrauchten Elektroauto ist der SoH (State of Health). Er zeigt, wie viel der ursprünglichen Batteriekapazität noch vorhanden ist. Ein Batteriezertifikat macht ihn schwarz auf weiss sichtbar.
Mythos 1: «Gebrauchte Elektroautos haben zu wenig Reichweite»
Fakt: Die meisten E-Occasionen haben genug Reichweite für den Alltag. Wie viel Reichweite du brauchst, hängt von deinem Fahrprofil ab: Im Alltag reicht oft weniger, für die Ferienfahrt darf es mehr sein. Vier- bis fünfjährige Elektroautos kommen heute meist auf 400 Kilometer Normreichweite oder mehr. Auch die Batterie ist in der Regel noch fit: Der SoH (State of Health) liegt üblicherweise über 90 Prozent. Der Akku hat also weniger als zehn Prozent seiner ursprünglichen Kapazität verloren. Wie es genau um die Batterie steht, zeigt dir ein Batteriezertifikat.
Mythos 2: «E-Occasionen verlieren zu viel an Wert»
Fakt: Was für den Erstbesitzer ein Nachteil ist, ist für dich als Käufer eine Chance. Eine Occasion kaufst du normalerweise nicht als Wertanlage, sondern um günstig und umweltfreundlich mobil zu sein. Sind gebrauchte Elektroautos günstig zu haben, ist das der ideale Moment, um preiswert in die Elektromobilität einzusteigen.
Mythos 3: «Gebrauchte E-Autos sind technisch schnell veraltet»
Fakt: Die Technik entwickelt sich zwar schnell, bei den wichtigsten Punkten hat sich aber wenig verändert. Die Reichweiten von Mittelklasse-Elektroautos sind seit 2020 kaum gestiegen, Schnellladen ist schon länger Standard und an Leistung mangelt es E-Autos ohnehin nicht. Überleg dir deshalb, welche Neuerungen dir wirklich wichtig sind. Auf manche Funktion, etwa den in Neuwagen obligatorischen Tempowarner, verzichten viele gerne.
Mythos 4: «Muss die Batterie getauscht werden, wird es teuer»
Fakt: Ein kompletter Batterietausch ist heute die grosse Ausnahme. Die Akkus halten länger als ursprünglich erwartet, und für Reparaturen gibt es immer mehr Know-how. Oft genügt es, einzelne Zellen oder Module zu ersetzen oder Dichtungen, Sicherungen und Elektronik zu tauschen. Zusätzliche Sicherheit gibt dir die Batterie-Garantie: Sie gilt meist acht Jahre bzw. 160’000 Kilometer und sichert mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität zu. Mach vor dem Kauf trotzdem einen Batterietest und verlange ein Batteriezertifikat.
Mythos 5: «Elektroautos sind gar nicht umweltfreundlicher»
Fakt: Laut CO2-Rechner der TCS-Autosuche ist ein Elektroauto schon nach rund 50’000 Kilometern ökologischer unterwegs als ein Verbrenner. Je länger das Auto gefahren wird, desto besser fällt die Umweltbilanz aus – ein Pluspunkt gerade für Occasionen. Und am Ende seines Lebens wird der Akku rezykliert. In der Schweiz gibt es bereits mehrere spezialisierte Firmen dafür.
Laden ohne eigene Wallbox
Kein eigener Parkplatz mit Ladestation? Laden am Arbeitsplatz, an öffentlichen Ladesäulen oder am Schnelllader macht dein E-Auto trotzdem alltagstauglich.
Mythos 6: «Ohne eigene Ladestation lohnt sich ein E-Auto nicht»
Fakt: Eine Wallbox zuhause ist bequem und spart Kosten, nötig ist sie aber nicht unbedingt. Ohne eigene Ladestation brauchst du etwas mehr Planung. Immer mehr Arbeitgeber bieten Lademöglichkeiten für ihre Mitarbeitenden an, und öffentliche Ladestationen gibt es inzwischen fast überall. Alternativ fährst du wie gewohnt zum «Tanken» – an den Schnelllader. Das dauert mit rund einer halben Stunde zwar länger als ein Tankstopp mit Shop und Kasse, dafür kannst du die Zeit sinnvoll nutzen. Mit einem passenden Lade-Abo fährst du auch beim öffentlichen Laden meist günstiger als mit Benzin.
«Gebrauchte Elektroautos bieten genug Reichweite, eine langlebige Batterie und einen günstigen Einstieg in die Elektromobilität. »
Häufige Fragen zu gebrauchten Elektroautos
Lohnt sich ein gebrauchtes Elektroauto?
Ja, wenn der Batteriezustand stimmt. E-Occasionen sind oft deutlich günstiger als Neuwagen, haben genug Reichweite für den Alltag und sind meist noch durch die Batterie-Garantie abgesichert.
Was bedeutet SoH bei einem Elektroauto?
SoH steht für State of Health und gibt an, wie viel Prozent der ursprünglichen Batteriekapazität noch vorhanden sind. Bei vier- bis fünfjährigen E-Autos liegt er meist über 90 Prozent.
Wie lange hält die Batterie eines Elektroautos?
Länger als lange angenommen. Ein kompletter Tausch ist selten nötig, die Garantie gilt meist acht Jahre bzw. 160’000 Kilometer bei mindestens 70 Prozent Kapazität.
Kann ich ein E-Auto ohne eigene Ladestation fahren?
Ja. Du kannst am Arbeitsplatz, an öffentlichen Ladestationen oder an Schnellladern laden. Mit einem Lade-Abo bleibt das meist günstiger als Benzin.