Spitznamen der Kantonskennzeichen: So spotten Schweizer über ihre Autonummern

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Aus AG wird «Achtung Gefahr», aus ZH «Zwenig Hirni» und aus BE «Bruucht Ewig»: Hinter den Kantonskürzeln auf Schweizer Autonummern stecken bissige Spitznamen.

Alle Spitznamen im Überblick

KürzelKantonSpitzname

AG

Aargau

Achtung Gefahr

AI

Appenzell Innerrhoden

Achtung Idioten

AR

Appenzell Ausserrhoden

Alpstein-Raser

BE

Bern

Bruucht Ewig

BL

Basel-Landschaft

Blöde Löu

BS

Basel-Stadt

Besonders Schlimm

GL

Glarus

Gottes Lieblinge

GR

Graubünden

Gebirgsraser

LU

Luzern

Langsam unterwegs

NE

Neuenburg

Nicht einschlafen

NW

Nidwalden

Nur Wald

OW

Obwalden

Ohne Waldbewilligung

SG

St. Gallen

Saugoofe

SH

Schaffhausen

Schafshirni

SO

Solothurn

Schlaf Organisation

SZ

Schwyz

Sozialzürcher

TG

Thurgau

Todesgefahr

TI

Tessin

Tessiner Idioten

ZG

Zug

Zviel Gäld

ZH

Zürich

Zwenig Hirni

Nordschweiz: SH, BL und BS

Schaffhausen Rheinfall

SH – Schaffhausen: «Schafshirni»

Schaffhauser gelten im Spott als unaufmerksam und langsam. «Schafshirni» spielt vermutlich auf das Wappentier an, den Schafsbock. Ebenfalls verbreitet: das deutlich derbere «Sauhund».

Basel Landschaften

BL – Basel-Landschaft: «Blöde Löu»

Den Baselbietern hängt ein Stadt-Land-Klischee an: auf dem Land rasant, im Basler Stadtverkehr überfordert. Das berndeutsche «Löu» hat keinen Bezug zu Bern – es passt einfach perfekt zum L.

Basel Stadt

BS – Basel-Stadt: «Besonders Schlimm»

Basel-Städter gelten am Steuer als hektisch und schnell aufgebracht. Ein älterer Spitzname ist «Bettelsack» – eine Anspielung auf das kleine Kantonsgebiet nach der Kantonstrennung von 1833.

Region Zürich: ZH, AG und ZG

Zürich

ZH – Zürich: «Zwenig Hirni»

Im bevölkerungsreichsten Kanton ist dichter, schneller Verkehr Alltag. In ländlichen Regionen gelten Zürcher deshalb als Drängler, die immer vorne sein wollen.

Aargau

AG – Aargau: «Achtung Gefahr»

Ein Auto schleicht mit 105 km/h auf der linken Spur, dahinter bildet sich eine Kolonne – Blick aufs Schild: AG. Für den Strassenspott ist der Fall damit klar.

Zug

ZG – Zug: «Zviel Gäld»

Tiefe Steuern, internationale Firmen, hohe Einkommen: Hinter einem ZG-Schild vermutet das Klischee ein Auto zum Preis einer kleinen Eigentumswohnung.

Ostschweiz: TG, AI, AR, SG und GL

Thurgau

TG – Thurgau: «Todesgefahr»

Eigentlich gelten Thurgauer als gemütlich. Genau diese zurückhaltende Fahrweise wirkt auf ungeduldige Städter auf der Autobahn aber zögerlich – und sorgt im Spott für die düstere Deutung.

Appenzell Innerrhoden

AI – Appenzell Innerrhoden: «Achtung Idioten»

Der Spitzname zielt oft auf Touristen, die mit Mietwagen und AI-Kennzeichen unterwegs sind und sich mit den lokalen Strassen schwertun.

Appenzell Ausserrhoden

AR – Appenzell Ausserrhoden: «Alpstein-Raser»

Wer die engen, kurvigen Strassen im Appenzellerland täglich fährt, ist entsprechend zügig unterwegs – zum Staunen der Autofahrenden aus dem Flachland.

St. Gallen

SG – St. Gallen: «Saugoofe»

St. Galler gelten in den Nachbarkantonen als Hitzköpfe am Steuer. Weitere Varianten: «Sauf-Gnossenschaft» und «Sicher Gstört».

Glarus

GL – Glarus: «Gottes Lieblinge»

Einer der wenigen netten Spitznamen: Das Glarner Wappen zeigt als einziges Kantonswappen einen Menschen, den heiligen Fridolin – der symbolisch auch über das Kennzeichen wacht.

Zentralschweiz: LU, SZ, OW und NW

Luzern

LU – Luzern: «Langsam unterwegs»

Luzerner sind Stau gewohnt und gelten als defensive, korrekte Fahrer. Wer konsequent das Tempolimit einhält, gilt bei Ungeduldigen schnell als Schleicher.

Schwyz

SZ – Schwyz: «Sozialzürcher»

Viele wohlhabende Zürcher sind wegen der Steuern nach Schwyz gezogen – samt neuem SZ-Schild, aber mit altem Zürcher Fahrstil. Alteingesessene Innerschwyzer grenzen sich mit dem Begriff von ihnen ab.

 Obwalden und Nidwalden

OW und NW – Obwalden und Nidwalden: «Ohne Waldbewilligung» und «Nur Wald»

Viel Berg, viel Wald: Obwaldner sind im Klischee auf der Autobahn «ohne Waldbewilligung» unterwegs, harmloser auch «Ohne Witz». Aus NW wird kurzerhand «Nur Wald».

Mittelland und Westschweiz: BE, SO und NE

Bern

BE – Bern: «Bruucht Ewig»

Das wohl bekannteste Klischee: Berner sind gemütlich. Belegt ist das nicht – bei rund 6000 Quadratkilometern Kantonsfläche dauern manche Strecken aber tatsächlich länger. Ähnlich ergeht es Solothurn: SO steht für «Schlaf Organisation».

Neuenburg

NE – Neuenburg: «Nicht einschlafen»

Ein klassisches Deutschschweizer Vorurteil gegenüber der entspannteren Romandie: Wer gemütlich rechts fährt, bekommt schnell den Spruch zu hören.

Bergkantone und Südschweiz: GR und TI

Graubünden

GR – Graubünden: «Gebirgsraser»

Auf Passstrassen lassen Bündner selbst geübte Unterländer hinter sich. Im Flachland dreht sich das Bild: Auf der Autobahn um Zürich gelten sie plötzlich als gemütliche «Bergler».

Tessin

TI – Tessin: «Tessiner Idioten»

Schnelles Hupen, dichtes Auffahren, lockerer Umgang mit dem Blinker: Deutschschweizer Feriengäste fühlen sich im Tessiner Verkehr schnell bedrängt.

Häufige Fragen

Was bedeutet AG auf dem Nummernschild im Volksmund?

AG steht für den Kanton Aargau und wird im Strassenspott als «Achtung Gefahr» gelesen.

Welchen Spitznamen hat das Zürcher Kennzeichen?

ZH wird scherzhaft als «Zwenig Hirni» gedeutet.

Woher kommen die Spitznamen für Schweizer Autonummern?

Meist ist kein klarer Ursprung bekannt. Sie entstanden aus Kantonsklischees, regionalen Rivalitäten und dem Kantönligeist.

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