Vorsicht vor dieser Abzocke!

Vignetten Beschiss
Alternative Anbieter verkaufen die e-Vignette zu einem deutlich höheren Preis. «Das geht gar nicht», sagt der Konsumentenschutz. Wir zeigen, wie Sie die Abzocke erkennen.

Seit dem 1. August 2023 kann man die Vignette nicht nur als Klebevariante, sondern auch als digitale e-Vignette kaufen. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hat dazu einen Online-Shop aufgeschaltet, welcher den Kauf der elektronischen Vignette mit ein paar wenigen Angaben abwickelt. Der Vorgang ist einfach und schnell. Findige Unternehmen haben hier nun ein Geschäftsmodell erkannt – und nutzen die Gutgläubigkeit der Internet-Surfer aus.

Wer ab und zu Konzertkarten kauft, kennt es: Wenn man nach einem Anlass googelt, sind die ersten Suchergebnisse auf Google meistens nicht von der Webseite der offiziellen Vorverkaufsstelle, sondern von Wiederverkäufern. Die Eintritte werden dort oft teurer verkauft, auch wenn bei der offiziellen Vorverkaufsstelle noch Tickets erhältlich sind.

Die Webseite des BAZG für die e-Vignette ging im August online. Kurz darauf tauchten bereits erste Webseiten auf, die den gleichen Service anbieten. Der Unterschied ist allerdings: Die Vignette kostet dort mit 45 bis 50 Franken mehr als der reguläre Preis beim Bund (40 Franken).

Konsumentenschutz sieht Problem

Das BAZG weiss von diesen Webseiten kann allerdings kaum etwas dagegen unternehmen. «Grundsätzlich dürfen Drittanbieter die E-Vignetten-Registrierung für Kundinnen und Kunden übernehmen und dafür eine Servicegebühr verlangen», schreibt Simon Erny, Mediensprecher des BAZG, auf Anfrage.

Klare Worte zu diesem Geschäftsmodell findet die Stiftung für Konsumentenschutz: «Das geht gar nicht und ist Beschiss am Kunden», sagt André Behler, Leiter Politik und Wirtschaft. Es würde der Eindruck erweckt, dass es sich um die offizielle Verkaufsstelle handeln würde. «Mein Eindruck ist, dass diese Seiten keinen Mehrwert bieten.» Es ist also Vorsicht geboten bei der Auswahl der Webseite.

Die Möglichkeit, die e-Vignette online zu kaufen sowie wie bisher als Kleber auf der Windschutzscheibe anzubringen, wird von der Stiftung für Konsumentenschutz positiv bewertet. So hätten die Leute die Wahl und das BAZG komme einem Bedürfnis der Bevölkerung nach, wie Behler anfügt. Ein weiterer Vorteil ist ausserdem, dass Personen mit einer Wechselnummer nur noch eine Vignette pro Autonummer und nicht mehr pro Auto kaufen müssen.

Behler glaubt auch, dass sich die Schweizer Bevölkerung zurechtfinden und die Webseite des BAZG benutzen wird, «aber Ausländer könnten eher darauf hineinfallen.» Diese Praxis könne man gemäss Behler auch nicht unterbinden, da man «diese Anbieter rechtlich nicht belangen kann.»

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Vignette wie bisher im stationären Handel kaufen. Dazu gehören unter anderem auch alle Garagen. Die Vignette kostet wie bisher 40 Franken, also gleich viel, wie die digitale Variante auf der offiziellen BAZG-Webseite.

ÄhnlicheArtikel