Autochecker Pentti Aellig: «Meine neun besten Autos der Schweiz »
Porsche 911: Kult ohne Schnickschnack
Kaum ein Auto hat sich so konsequent zur Perfektion entwickelt und seine ursprüngliche DNA bewahrt wie der Porsche 911. Diese Ikone aus Süddeutschland bietet einen einzigartigen Boxermotor, ein exzellentes Fahrwerk und eine gewisse Alltagstauglichkeit. Selbst kleine Kinder erkennen einen 911. Oligarchen und Ölscheichs meiden ihn, weil er zu wenig auffällig ist. Kürzlich wurde eine leicht überarbeitete Version des 911 vorgestellt. Der 911 GTS verfügt nun über einen neuen Turbo-Hybridmotor und beschleunigt in 3,0 Sekunden auf 100 km/h. Der Porsche 911 GT3 RS ist leider momentan ausverkauft.
VW ID.Buzz: Elektrisches Retro-Revival
Manche Retro-Modelle wie der VW Beetle scheitern, andere wie der Fiat 500 werden zu grossen Erfolgen. Dem Entwicklungsteam des VW ID.Buzz gebührt Anerkennung für ihr gelungenes Revival. Der vollelektrische VW-Bus transportiert einen Teil der Aura seines kultigen Hippie-Vorgängers, liebevoll als «Bulli» bezeichnet. Der geräumige Elektrobus bietet entspanntes Fahrgefühl, zieht wohlwollende Blicke auf sich und bietet mit seiner erhöhten Sitzposition jederzeit SUV-Komfort. Dem ID.Buzz gelingt der Spagat zwischen psychedelischer LSD-Ära und modernem, umweltbewusstem Denken.
Toyota Land Cruiser: Robuster Offroad-Klassiker
Nach dem 2. Weltkrieg haben sich die Japaner schnell mit hochwertigen Produkten zurückgemeldet. Der Toyota Land Cruiser, erstmals 1951 vorgestellt, hat sich weltweit als unverwüstlicher Offroader bewährt. Während sein Konkurrent Land Rover Defender zum noblen SUV mutiert ist, bleibt der Toyota Land Cruiser seiner traditionell robusten Box-Form treu. Der neue Land Cruiser überzeugt sowohl optisch als auch technisch, was seinen globalen Erfolgsweg weiter festigt.
Ford Bronco: US Offroad-Monument
Diesen Offroader hält so schnell nichts auf. Der neue Ford Bronco zitiert mit seiner herrlich eckigen Karosserie, seinen beiden runden Schweinwerfern und seinen beiden vorderen Astabweisern den Ur-Bronco, der in Hollywood und im Silicon Valley heute noch Kultstatus geniesst. Der neue Ford Bronco verwandelt sich im Handumdrehen in ein monumentales Cabrio und ist in der Schweiz ab 84'500 Franken zu kaufen.
Suzuki Jimny: Coole Mikro-G-Klasse
Der Suzuki Jimny wirkt wie ein wachstumsgehemmter Bruder der G-Klasse von Mercedes. Während die wuchtige G-Klasse als Pflichtfahrzeug von Rappern und Ölscheichs gilt, wird der Allradzwerg Suzuki Jimny in der Schweiz gerne von Jägern und Hobbyförstern genutzt. Auch pensionierte Bergbauern fahren mit dem Jimny auf einen oder zwei Kaffee Luz zum Stammtisch. Der neue Jimny sieht richtig cool aus und gilt als der letzte, echte Kompaktoffroader. Der Jimny trendet voll und geniesst mittlerweile auch beim urbanen, jungen Zielpublikum Kultstatus. In der Schweiz wird der Jimny als Leichtnutzfahrzeug angeboten.
Toyota GR Yaris: Dopamin & Adrenalin
Als überzeugter Toyota GR Yaris-Fahrer ist Aellig wenig objektiv. Zudem verfolgt er alle WRC-Rallys, in denen der GR Yaris regelmässig die Konkurrenz in Grund und Boden fährt. Früher schwärmte er vom Lancia Delta Integrale, den er sich damals nicht leisten konnte. Heute sind sich viele Rallyfans einig, dass der GR Yaris als wahrer Enkel des berühmten Integrale gilt. Der GR Yaris liegt technisch sehr nahe am aktuellen WRC Rally2-Modell. Die «zivile» Version ist in beschränkter Stückzahl auch in der Schweiz erhältlich. Eine Stunde rabiat unterwegs im ultrakurzen, japanischen Traktionsmonster sorgt für einen leicht übermässigen Dopamin- und Adrenalin-Ausstoss.
Honda Civic Type R: Fossile Granate
Und hier gleich nochmals ein japanischer Hot Hatch, der mutig gegen eine fossilfreie Bevormundungs-Gesellschaft ankämpft. Das Rezept des Honda Civic Type R überzeugt vollumfänglich: Man nehme einen kompakten Bestseller (27 Millionen Mal verkauft) und rüste ihn auf, damit er auch auf Rennstrecken mithalten kann. Der aktuelle Type R wird von einem ehrlichen 2.0-Liter-Turbomotor mit 329 PS angetrieben und ausschliesslich mit Vorderradantrieb und Handschaltung angeboten. Die Vorgängermodelle wirkten designmässig ein wenig pubertär – der neue Type R kommt nun erwachsen und gestylt daher. Geblieben ist der markante Heckspoiler für den aerodynamischen Abtrieb.
Ford F-150 Lightning: Vorbildlicher Gigant
Ebenfalls begeistert ist Aellig von diesem Amerikaner: Es geht um das zweitmeistverkaufte Auto der Welt, den wuchtigen Ford F-150, und zwar als Elektro-Pickup «Lightning ». In Schweizer Parkhäusern riskiert man mit dem beinahe 6 Meter langen und 2,44 Meter breiten Arbeitstier strukturelle Betonschäden. Die luftige Wohnzimmerstimmung in der viertürigen Mannschaftskabine, die Elektroaussenanschlüsse für Bohrmaschinen oder Festbeleuchtung, die 3,5 Tonnen Anhängelast und die wahnwitzige Beschleunigung von 4,6 Sekunden auf 100 km/h machen den Lightning einzigartig – und alles vorbildlich fossilfrei.
VW Tiguan: Perfekt durchschnittlich
Nun werden sich manche fragen, weshalb es auch der biedere VW Tiguan in die Top-Ten-Liste schaffte. Für Aellig ist der Tiguan schlicht ein Phänomen. Kein Auto trifft den Nerv der durchschnittlichen Schweizer Bevölkerung besser als der deutsche Kompakt-SUV. Die Verantwortlichen bei Volkswagen haben sich lange Zeit gelassen, bis sie 2007 auf den SUV-Zug aufgesprungen sind. Diese Zeit haben sie genutzt, um einen SUV zu entwickeln, welcher den Geschmack vieler Normalbürger exakt trifft. Der neue Tiguan der dritten Generation sieht richtig schön aus, ist rundum sehr gut verarbeitet und kostet in der Basisversion 37'900 Franken.