So lebt die Autobatterie länger

Tiefe Temperaturen bedeutet Strapazen
Starke Temperaturschwankungen oder ein laufendes Radio bei abgestelltem Motor können die Starterbatterie des Autos übermässig belasten. Symbolbild: Freepik
Die Autobatterie ist das Herz eines Autos. Hat sie keinen Saft, springt der Wagen nicht an. Dass das nicht passiert, können Autofahrende selbst beeinflussen.

Morgens, 6 Uhr: Eigentlich sollte man zur Arbeit, doch das Auto will nicht anspringen. Nach dem Drehen des Zündschlüssels oder Drücken des Startknopfs stottert der Motor nur schwach hustend vor sich hin. Der Grund: Die Autobatterie hat schlapp gemacht.

Wie das passieren kann, weiss Markus Peter, Verantwortlicher für Umwelt und Technik beim Auto Gewerbe Verband Schweiz AGVS. «Starke Temperaturschwankung oder ein fast vollständiges Entladen, weil man die Autoscheinwerfer oder das Radio eingeschaltet lässt, können eine Batterie stark strapazieren.» Dieser Umgang, aber auch die Qualität der Batterie beeinflussen die Lebensdauer des Stromspeichers. «Ebenso entscheidend ist auch die Bauart, die Kapazität und auch der richtige Kaltstartstrom der Batterie», erklärt Peter.

Tiefe Temperaturen bedeutet Strapazen

Es gibt aber noch andere Gründe, für Probleme mit der Batterie. «Bei tiefen Temperaturen wird die Batterie gleich mehrfach stark belastet. Einerseits laufen die für den Stromfluss benötigten chemischen Reaktionen in der kalten Batterie langsamer ab, andererseits wird für den Startvorgang des kalten Motors aufgrund des dickflüssigen Motorenöls mehr Leistung benötigt.» 

Als wäre das noch nicht genug Arbeit für die Autobatterie, kommt im Winter auch noch die Heizung hinzu, die Strom zieht. «Der Generator wird dadurch besonders bei Fahrtbeginn stärker ausgelastet. Das Auto kann so weniger Kapazität zum Nachladen der Batterie bereitstellen.» Wer dann noch oft kurze Strecken fährt, riskiert, dass die Batterie nicht vollständig nachgeladen wird. Fazit: Das Auto startet nicht mehr.

Verstellen der Heizung im Auto
Im Winter benötigt die Heizung zusätzliche Energie. Dadurch steht weniger Kapazität zur Verfügung, um die Batterie nachzuladen. Symbolbild: Freepik

Kontrollieren und schonen

Wer bei der nächsten Markengarage einen Wintercheck durchführen lässt, kann diesen Problemen vorbeugen. Während die Profis das Auto fit für den Winter machen, überprüfen sie auch gleich den Zustand der Batterie.

Mit den folgenden Tipps können Autofahrende zudem ihren Stromspeicher schonen und so dessen Lebensdauer verlängern.

1. Regelmässige Kontrolle von Kabeln und Anschlussstellen

Eine Batterie hält durchschnittlich fünf Jahre. «Je nach Qualität und Umgang liegt aber auch eine deutlich längere Lebensdauer drin», erklärt AGVS-Experte Peter. Dafür sei es wichtig, stets zu kontrollieren, ob Generator, Kabel und Anschlussstellen beziehungsweise Polklemmen in einem einwandfreien Zustand sind. Das erledigen viele Fachgaragen automatisch beim Service oder Reifenwechsel.

Batterie Check
Um Probleme mit dem Stromspeicher zu verhindern, sollten Generator, Kabel sowie Anschlussstellen und Polklemmen regelmässig kontrolliert werden. Symbolbild: Freepik

2. Batterie nicht zusätzlich belasten

«Tiefes entladen der Batterie sollte vermieden werden. Sprich, das Autoradio nicht bei abgeschaltetem Motor laufen lassen», sagt Peter und ergänzt. «Starterbatterien von saisonal genutzten Autos sollten zudem im Idealfall mit Ladegeräten versorgt werden.»

3. Was kann ich bei leerer Batterie tun?

Oft lässt sich das Auto noch mit einem anderen Wagen oder eines sogenannten Starthilfe-Boosters überbrücken. Dabei sollte auf die korrekte Reihenfolge der Anschlüsse, ein ausreichend langes Überbrückungskabel und richtig sitzende Anschlussklemmen geachtet werden. 

Notstart für die Autobatterie
Ist die Batterie leer, springt das Auto nicht an und braucht Starthilfe. Entweder man überbrückt es mit einem anderen Fahrzeug oder nutzt einen Starthilfe-Booster. Symbolbild: Freepik

4. Was sollte man tun, wenn die Autobatterie schwächelt?

Zuerst sei die Ursache des Problems zu finden, erläutert Auto-Fachmann Peter: «Folgende Fragen können einem dabei helfen: War es in den vergangenen Tagen besonders kalt? War man häufig nur auf Kurzstrecken unterwegs? Oder: Sitzen die Batterieklemmen richtig?» Sind die Antworten nicht der Grund für die schwache Batterie, empfiehlt Peter einen Besuch bei der nächsten Fachgarage. «Dort können weitere Abklärungen getätigt werden, wie die Überprüfung der korrekten Ladespannung des Generators oder ein Belastungstest der Starterbatterie.» 

5. Kann ich die Autobatterie eigenständig wechseln? 

Früher war das Ein- und Ausbauern einer Starterbatterie gemäss Markus Peter noch relativ einfach. Bei älteren Autos ist es das auch heute noch. Doch bei neueren Fahrzeugen empfiehlt sich dafür ein Besuch bei der Fachgarage, weil es mit der ganzen Technik im Wagen deutlich komplizierter geworden ist. «Die Eigenschaften und der Zustand der Batterie sind wichtig für das Bordnetzmanagement», so Peter. Das Bordnetzmanagement müsse mittels Diagnosegerät über die neu verbaute Batterie informiert werden. Nur so funktioniert die Versorgung der elektrischen Verbraucher einwandfrei.

Fachgarage für Batteriewechsel
Bei heutigen Autos sollte nur die Fachgarage die Batterie wechseln. Sonst kann es Probleme mit dem Bordmanagement und elektrischen Verbrauchern wie Licht, Klimaanlage und Infotainment geben. Symbolbild: Freepik

Wird das nicht gemacht, kann das Bordnetzmanagement immer noch von der alten geschwächten Batterie ausgeht. In der Folge schaltet es einzelne elektrische Verbraucher ab, um die Batterie vor zu starker Entladung zu schützen. Deshalb empfiehlt Markus Peter vom AGVS, die Batterie von in der nächsten Fach- und Markengarage austauschen zu lassen. So spart man sich viel Ärger und Zeit.

Was ist Kaltstartstrom? 

Beim Kaltstartstrom handelt es sich um den maximalen Strom, den ein Akku oder eine Batterie bei einer Temperatur von minus 18 Grad für 30 Sekunden liefern kann, bevor die Batteriespannung zu niedrig ist. Ist diese Maximal-Strom-Zufuhr nicht hoch genug, startet das Auto nicht.