So lebt die Autobatterie länger
Morgens, 6 Uhr: Eigentlich sollte man zur Arbeit, doch das Auto will nicht anspringen. Nach dem Drehen des Zündschlüssels oder Drücken des Startknopfs stottert der Motor nur schwach hustend vor sich hin. Der Grund: Die Autobatterie hat schlapp gemacht.
Wie das passieren kann, weiss Markus Peter, Verantwortlicher für Umwelt und Technik beim Auto Gewerbe Verband Schweiz AGVS. «Starke Temperaturschwankung oder ein fast vollständiges Entladen, weil man die Autoscheinwerfer oder das Radio eingeschaltet lässt, können eine Batterie stark strapazieren.» Dieser Umgang, aber auch die Qualität der Batterie beeinflussen die Lebensdauer des Stromspeichers. «Ebenso entscheidend ist auch die Bauart, die Kapazität und auch der richtige Kaltstartstrom der Batterie», erklärt Peter.
Tiefe Temperaturen bedeutet Strapazen
Es gibt aber noch andere Gründe, für Probleme mit der Batterie. «Bei tiefen Temperaturen wird die Batterie gleich mehrfach stark belastet. Einerseits laufen die für den Stromfluss benötigten chemischen Reaktionen in der kalten Batterie langsamer ab, andererseits wird für den Startvorgang des kalten Motors aufgrund des dickflüssigen Motorenöls mehr Leistung benötigt.»
Als wäre das noch nicht genug Arbeit für die Autobatterie, kommt im Winter auch noch die Heizung hinzu, die Strom zieht. «Der Generator wird dadurch besonders bei Fahrtbeginn stärker ausgelastet. Das Auto kann so weniger Kapazität zum Nachladen der Batterie bereitstellen.» Wer dann noch oft kurze Strecken fährt, riskiert, dass die Batterie nicht vollständig nachgeladen wird. Fazit: Das Auto startet nicht mehr.
Kontrollieren und schonen
Wer bei der nächsten Markengarage einen Wintercheck durchführen lässt, kann diesen Problemen vorbeugen. Während die Profis das Auto fit für den Winter machen, überprüfen sie auch gleich den Zustand der Batterie.
Mit den folgenden Tipps können Autofahrende zudem ihren Stromspeicher schonen und so dessen Lebensdauer verlängern.
1. Regelmässige Kontrolle von Kabeln und Anschlussstellen
Eine Batterie hält durchschnittlich fünf Jahre. «Je nach Qualität und Umgang liegt aber auch eine deutlich längere Lebensdauer drin», erklärt AGVS-Experte Peter. Dafür sei es wichtig, stets zu kontrollieren, ob Generator, Kabel und Anschlussstellen beziehungsweise Polklemmen in einem einwandfreien Zustand sind. Das erledigen viele Fachgaragen automatisch beim Service oder Reifenwechsel.
2. Batterie nicht zusätzlich belasten
«Tiefes entladen der Batterie sollte vermieden werden. Sprich, das Autoradio nicht bei abgeschaltetem Motor laufen lassen», sagt Peter und ergänzt. «Starterbatterien von saisonal genutzten Autos sollten zudem im Idealfall mit Ladegeräten versorgt werden.»
3. Was kann ich bei leerer Batterie tun?
Oft lässt sich das Auto noch mit einem anderen Wagen oder eines sogenannten Starthilfe-Boosters überbrücken. Dabei sollte auf die korrekte Reihenfolge der Anschlüsse, ein ausreichend langes Überbrückungskabel und richtig sitzende Anschlussklemmen geachtet werden.
4. Was sollte man tun, wenn die Autobatterie schwächelt?
Zuerst sei die Ursache des Problems zu finden, erläutert Auto-Fachmann Peter: «Folgende Fragen können einem dabei helfen: War es in den vergangenen Tagen besonders kalt? War man häufig nur auf Kurzstrecken unterwegs? Oder: Sitzen die Batterieklemmen richtig?» Sind die Antworten nicht der Grund für die schwache Batterie, empfiehlt Peter einen Besuch bei der nächsten Fachgarage. «Dort können weitere Abklärungen getätigt werden, wie die Überprüfung der korrekten Ladespannung des Generators oder ein Belastungstest der Starterbatterie.»
5. Kann ich die Autobatterie eigenständig wechseln?
Früher war das Ein- und Ausbauern einer Starterbatterie gemäss Markus Peter noch relativ einfach. Bei älteren Autos ist es das auch heute noch. Doch bei neueren Fahrzeugen empfiehlt sich dafür ein Besuch bei der Fachgarage, weil es mit der ganzen Technik im Wagen deutlich komplizierter geworden ist. «Die Eigenschaften und der Zustand der Batterie sind wichtig für das Bordnetzmanagement», so Peter. Das Bordnetzmanagement müsse mittels Diagnosegerät über die neu verbaute Batterie informiert werden. Nur so funktioniert die Versorgung der elektrischen Verbraucher einwandfrei.
Wird das nicht gemacht, kann das Bordnetzmanagement immer noch von der alten geschwächten Batterie ausgeht. In der Folge schaltet es einzelne elektrische Verbraucher ab, um die Batterie vor zu starker Entladung zu schützen. Deshalb empfiehlt Markus Peter vom AGVS, die Batterie von in der nächsten Fach- und Markengarage austauschen zu lassen. So spart man sich viel Ärger und Zeit.
Was ist Kaltstartstrom?
Beim Kaltstartstrom handelt es sich um den maximalen Strom, den ein Akku oder eine Batterie bei einer Temperatur von minus 18 Grad für 30 Sekunden liefern kann, bevor die Batteriespannung zu niedrig ist. Ist diese Maximal-Strom-Zufuhr nicht hoch genug, startet das Auto nicht.