Betrugsmaschen auf Urlaubsreisen: So können sich Autofahrende schützen
Auch dieses Jahr nutzen Kriminelle die Ferienzeit, um gezielt Reisende zu täuschen. Vor allem online wird es gefährlich: Wer Urlaubsservices digital bezahlt oder bucht, sollte aufmerksam bleiben. 2025 sind die Betrugsversuche besonders gut durchdacht und schwer zu erkennen.
Die wichtigste Regel: Wer auf unbekannten Websites unterwegs ist, sollte wachsam und konzentriert bleiben. Hier sind die häufigsten Betrugsfallen im Überblick:
1. Gefälschte Mautforderungen
Vorsicht bei Fahrten durch Frankreich: Das neue digitale Mautsystem macht es Betrügern leicht. Statt klassischer Mautstellen werden die Kennzeichen automatisch erfasst. Die Bezahlung erfolgt im Nachhinein – ein perfekter Nährboden für Täuschungen.
Kriminelle versenden täuschend echte Mails oder SMS mit Zahlungsaufforderungen über kleine Beträge – meist rund 6,80 Euro (6.40 CHF). Ein Klick auf den enthaltenen Link führt jedoch auf gefälschte Seiten, wo Kreditkarten- oder Bankdaten abgegriffen werden.
Wichtig: Nur offizielle Zahlungsanbieter wie Sanef oder Aliae nutzen. Offizielle Mitteilungen stammen von Adressen wie „@ulys.com“ oder per SMS von 36035. Bei Unsicherheit lieber direkt auf der offiziellen Webseite prüfen.
2. Abzocke mit der digitalen Vignette (Pickerl)
In Österreich ersetzt die digitale Vignette zunehmend den klassischen Aufkleber – und lockt Betrüger an.
Kürzlich fiel eine Frau aus Salzburg auf ein vermeintliches Sonderangebot herein. Für deutlich weniger als den regulären Preis kaufte sie online ein Pickerl – und verlor fast 48’000 Euro durch die Eingabe eines TAN-Codes.
Auch Schweizer wurden Opfer: Ein Mann aus Seuzach verlor über 2400 Franken.
Achtung bei:
- Ungewöhnlich billigen Preisen
- Fehlendem Impressum
- Vorauszahlung als einzige Zahlungsmethode
- Mangelhaftem Kundenkontakt
- Rechtschreibfehlern auf der Website
- Gefälschten Zertifikaten
3. Die Rückspiegel-Lüge
Vor allem in Italien aktiv: Der sogenannte Seitenspiegel-Trick. Das Muster ist immer gleich: Ein Knall – dann ein aufgebrachter Fahrer, der behauptet, man habe seinen Spiegel beschädigt. Mit viel Druck wird sofortige Bezahlung verlangt – meist zwischen 150 und 350 Franken.
Besonders betroffen sind Strecken zu den Fährhäfen von Elba, Sizilien und Sardinien.
Tipp: In solchen Fällen stets die Polizei rufen – das schreckt die Täter meist sofort ab.
4. Vorgetäuschter Autoschaden
In Spanien kommt es vermehrt zu Fällen, bei denen ein angeblicher Defekt am Auto vorgegaukelt wird. Täter sprechen Reisende auf Rastplätzen an: „Ihr Reifen ist beschädigt“ oder „Ihr Auspuff raucht“. Sobald man nachsieht, greift ein Komplize ins Fahrzeug und entwendet Wertsachen.
Wichtig: Beim Verlassen des Fahrzeugs – auch nur kurz – immer abschliessen.
5. Reifenstecher-Masche
Diese Betrugsform ist besonders hinterhältig: In Ländern wie Spanien, Italien, Slowenien und Ungarn werden Reifen vorsätzlich beschädigt.
Während der Fahrt bemerken die Opfer das Problem, halten an – und die Täter, die gefolgt sind, bieten scheinbar hilfsbereit ihre Unterstützung an. Dabei werden Taschen oder Wertgegenstände aus dem Fahrzeug gestohlen.
6. Funk-Schlüssel-Abgriff
Überall in Europa nutzen Kriminelle mittlerweile Funkfrequenz-Verlängerer, um Signale von Autoschlüsseln abzufangen. So können sie verschlossene Fahrzeuge öffnen – meist an touristischen Orten.
Empfehlung: Immer manuell prüfen, ob das Auto wirklich verriegelt ist – nicht nur auf den Schlüssel vertrauen.
Ferienverkehr: Diese Strecken sind besonders voll
In den Sommermonaten ist auf den Hauptachsen in Europa mit starkem Reiseverkehr zu rechnen. Laut ADAC stauen sich Autos insbesondere auf folgenden Routen:
- Österreich: Inntal-, Pyhrn-, Tauern-, Brenner- und Karawankenautobahn
- Frankreich: A36/A39/A7 (Mühlhausen–Lyon–Orange), A9 (Orange–Perpignan)
- Italien: A22, A4 (Verona–Triest), A23, Amalfitana
- Slowenien/Kroatien: Karawankentunnel – Ljubljana – Zagreb, Küstenautobahnen
- Niederlande: A3 Elten – Utrecht – Den Haag, A12 Arnheim – Den Haag
- Tschechien: D8 Dresden – Prag, D1 Brünn – Prag
- Ungarn: M1 Wien – Budapest, M7 Richtung Balaton