Die „neue Klasse“ feiert ihr Debüt unter dem Namen iX3: Für BMW ist die Stunde der Wahrheit gekommen
Schon auf den ersten Blick wird klar, wie ernst es BMW ist. Der iX3 wirkt nicht wie eine Evolution, sondern wie ein Sprung über mehrere Generationen hinweg. Reduzierte Flächen, klare Proportionen, eine moderne Interpretation der klassischen BMW-Niere – das Design ist bewusst anders.
BMW nennt es «das Design einer neuen Zeit». Dabei verlässt der Autobauer aus München seine Markenidentität nicht komplett. Genau diese Balance dürfte entscheidend sein: progressiv genug für die Zukunft, vertraut genug für Stammkunden.
«Mit dem BMW iX3 und der «Neuen Klasse» setzen wir Massstäbe in der Elektromobilität und beweisen, dass vollelektrische Mobilität und faszinierendes Fahrerlebnis keine Gegensätze sind. Wir gestalten die Elektromobilität in der Schweiz aktiv mit», sagt Sergio Solero, CEO von BMW Schweiz.
Vier Hochleistungsrechner
Technologisch lässt die Neue Klasse keinen Stein auf dem anderen – oder in ihrem Fall keine Batteriezelle. Neue Rundzellen mit höherer Energiedichte sollen in Kombinationen mit einer 800-Volt-Architektur für deutlich schnellere Ladezeiten und mehr Effizienz sorgen, was sich in mehr Reichweite zeigt.
Genauso wichtig ist jedoch das Unsichtbare: eine komplett neue Elektronik- und Softwarearchitektur mit vier zentralen Hochleistungsrechnern. Das Auto wird zum digitalen Produkt, das sich über Updates weiterentwickelt – ein Ansatz, der in der Premiumklasse zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.
Typisch BMW
Auf der Strasse soll dennoch das bleiben, was BMW seit Jahrzehnten verkauft: Fahrfreude. Genau hier setzt das neue Steuerungs- und Fahrdynamiksystem an, das Antrieb, Bremsen und Rekuperation zentral koordiniert. Erste Fahrberichte zeigen, dass dieser Ansatz funktioniert. Gelobt werden vor allem Präzision, Spontaneität und das für ein Elektro-SUV überraschend agile Handling. Das wichtigste Feedback für die BMW-Ingenieure selbst, aber auch die Stammkunden: Nach der ganzen technischen Umwälzung «fühlt sich der neue iX3 typisch nach BMW an.»
Auch bei Effizienz und Reichweite hinterlässt der iX3 einen starken Eindruck. Werte von deutlich über 700 Kilometern unter realistischen Bedingungen erscheinen laut ersten Eindrücken erreichbar. Damit gehört er bei der Reichweite zu den Spitzenreitern und setzt die Konkurrenz unter Zugzwang.
Windschutzscheibe als Bildschirm
Im Innenraum hinterlässt die neue Anzeige «Panoramic Vision» einen bleibenden Eindruck. Über die gesamte Breite werden im unteren Rand der Frontscheibe Informationen angezeigt. Während für die Person am Lenkrad nur fahrrelevante Informationen angezeigt werden, lassen sich die Anzeigen in der Mitte und der Beifahrerseite individuell bestimmen. Nur die Bedienung des Ganzen könnte laut ersten Reaktionen noch intuitiver sein. Was sich mit einigen Updates aber sicher lösen lässt.
Herz der BMW-Zukunft
Strategisch betrachtet entscheidet sich mit der «Neuen Klasse» weit mehr als der Erfolg eines einzelnen Modells. Die Architektur und Technologie sind das Herz aller künftigen Modelle. Damit soll die «Neue Klasse» auch Entwicklungskosten senken und neue digitale Erlösquellen ermöglichen, was sie zur Grundlage für die Profitabilität im Elektrozeitalter macht.
BMW scheint mit der «Neuen Klasse» auf dem richtigen Weg zu sein. Denn Anfang des Jahres wurde der iX3 von einer Fachjury zum «Schweizer Auto des Jahres» gewählt. Doch der eigentliche Test kommt erst noch – wenn die Technologie in der Breite funktioniert und Kunden sie annehmen. Dafür folgt schon diesen Frühling die Bewährungsprobe: Dann stellt BMW mit dem i3 das nächste Modell der «Neuen Klasse» vor. Er markiert den Auftakt zur neuen 3er-Reihe und dient auch als Ausgangslage für das erste elektrische M-Modell.
Mit der «Neuen Klasse» will BMW die Mobilität von morgen gestalten. Denn beim deutschen Autobauer geht es längst nicht mehr darum, elektrisch zu werden – sondern elektrisch besser.