MG Schweiz: Wie die britische Automarke unter chinesischer Führung zurückkehrt
Alles auf einen Blick:
- Marke: MG, ursprünglich Morris Garages
- Herkunft: Grossbritannien
- Eigentümer heute: chinesischer SAIC-Konzern
- Angebot Schweiz: Elektro, Plug-in-Hybrid, Vollhybrid und Benzin
- Günstigstes Modell: MG3 ab CHF 16'490
- Elektro-Highlights: MG4 EV, MGS5 EV, IM5, IM6 und Cyberster
- SUV-Angebot: vom kompakten ZS bis zum grossen MGS9 Plug-in-Hybrid
- Strategie: breite Modellpalette und vergleichsweise attraktive Preise
MG Schweiz: Wie die britische Automarke unter chinesischer Führung zurückkehrt
Vom britischen Roadster-Hersteller zur chinesisch geführten Volumenmarke: MG hat in etwas mehr als 100 Jahren eine ungewöhnliche Entwicklung durchgemacht. Die Marke, die einst mit kleinen englischen Sportwagen bekannt wurde, gehört heute zum chinesischen Autokonzern SAIC Motor. Statt sich wie früher auf Roadster und sportliche Nischenmodelle zu konzentrieren, setzt MG inzwischen vor allem auf SUV, Elektroautos, Hybridfahrzeuge und bezahlbare Einstiegsmodelle. Diese Strategie soll auch in der Schweiz funktionieren.
Ist MG eine chinesische oder britische Automarke?
MG hat britische Wurzeln, gehört heute aber einem chinesischen Konzern. Die Marke entstand in den 1920er-Jahren in England und wurde vor allem durch kompakte Sportwagen und Roadster bekannt. Der Name MG geht auf Morris Garages zurück. Heute gehört MG zu SAIC Motor, einem der grossen chinesischen Automobilkonzerne.Damit lässt sich die Marke am treffendsten so beschreiben: MG ist eine britische Traditionsmarke unter chinesischer Führung. Das Design und die Markenidentität greifen weiterhin die britische Vergangenheit auf, Entwicklung, Produktion und Konzernstrategie werden heute jedoch wesentlich von SAIC geprägt.
Die Geschichte von MG: Vom britischen Roadster zum Weltkonzern
Die Geschichte von MG reicht mehr als 100 Jahre zurück. Die Marke wurde Anfang der 1920er-Jahre in Oxford aufgebaut und machte sich insbesondere mit kleinen, vergleichsweise erschwinglichen Sportwagen einen Namen. Modelle mit zwei Sitzen, offenem Dach und geringem Gewicht prägten über Jahrzehnte das Bild von MG. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die britische Automobilindustrie jedoch zunehmend unter Druck. MG wurde zunächst Teil der British Motor Corporation (BMC) und später der Rover-Gruppe. Mehrere Zusammenschlüsse sollten die angeschlagenen britischen Hersteller stabilisieren, konnten deren Niedergang langfristig aber nicht verhindern.
BMW übernimmt MG und Rover
1994 übernahm BMW die Rover-Gruppe und damit auch MG. Die Übernahme sollte dem britischen Konzern neuen Schwung verleihen. Doch auch BMW gelang es nicht, die wirtschaftlichen Probleme dauerhaft zu lösen. Im Jahr 2000 trennte sich BMW wieder von grossen Teilen der Rover-Gruppe. MINI blieb bei BMW, während MG und Rover unter neuer britischer Führung als MG Rover Group weitergeführt wurden.Der Neustart scheiterte. 2005 meldete die MG Rover Group Insolvenz an.
Wie kam MG nach China?
Nach der Insolvenz begann das chinesische Kapitel der Marke. 2005 übernahm die Nanjing Automobile Corporation MG. Zwei Jahre später wurde Nanjing Automobile wiederum von SAIC Motor übernommen. Damit kam MG 2007 unter die Kontrolle des chinesischen Konzerns, zu dem die Marke bis heute gehört. Für MG bedeutete dies einen grundlegenden Neustart. Statt auf eine kleine Modellpalette mit Schwerpunkt auf sportlichen Fahrzeugen zu setzen, entwickelte sich MG zunehmend zu einer internationalen Volumenmarke.
MG setzt heute vor allem auf SUV
Eine wichtige Rolle beim Comeback spielen SUV und Crossover. Diese Fahrzeugklasse hat in den vergangenen Jahren weltweit stark an Bedeutung gewonnen. MG reagierte darauf mit einer zunehmend breiten Modellpalette.Auch in der Schweiz reicht das Angebot inzwischen von kompakten Fahrzeugen bis zu grösseren SUV.
Dazu gehören unter anderem Modelle wie:
- MG ZS
- MG ZS Hybrid+
- MG HS
- MG HS Hybrid+
- MG HS Plug-in-Hybrid
- MGS5 EV
- MGS6 EV
- MG IM6
- MGS9 Plug-in-Hybrid
MG Schweiz: Elektro, Hybrid und Benzin statt Elektro-only
Ein wichtiger Unterschied zu einigen anderen chinesischen Automarken liegt in der breiten Auswahl an Antrieben. MG setzt in der Schweiz nicht ausschliesslich auf
Elektroautos.
Die aktuelle Modellpalette umfasst:
Elektroautos
Zu den rein elektrischen MG-Modellen gehören unter anderem:
- MG4 EV
- MG4 EV Urban
- MGS5 EV
- MGS6 EV
- MG IM5
- MG IM6
- MG Cyberster
Plug-in-Hybride
MG bietet zusätzlich Fahrzeuge an, die Verbrennungs- und Elektromotor kombinieren und extern geladen werden können.
Dazu gehören unter anderem:
- MG HS Plug-in-Hybrid
- MGS9 Plug-in-Hybrid
Vollhybride
Auch klassische Vollhybride gehören zum Programm. Dazu zählen:
- MG3 Hybrid+
- MG ZS Hybrid+
- MG HS Hybrid+
Benziner
Wer keinen elektrifizierten Antrieb möchte, findet weiterhin reine Benzinmodelle.
Dazu gehören:
- MG3
- MG ZS
- MG HS
Diese breite Antriebsstrategie könnte für MG insbesondere in Märkten interessant sein, in denen Kundinnen und Kunden noch nicht vollständig auf Elektroautos wechseln möchten.
MG3: Einstiegsmodell ab CHF 16'490
Besonders interessant ist der MG3. Der Kleinwagen startet in der Schweiz als
Benziner bei CHF 16'490 und besetzt damit ein Segment, aus dem sich zahlreiche europäische Hersteller zurückgezogen haben. Preiswerte Neuwagen unterhalb von CHF 20'000 sind inzwischen deutlich seltener geworden.
Damit richtet sich der MG3 unter anderem an:
- Neulenkerinnen und Neulenker
- Personen mit begrenztem Autobudget
- Haushalte auf der Suche nach einem Zweitwagen
- Käuferinnen und Käufer, die bewusst einen einfachen Benziner suchen
MG Elektroautos: Vom MG4 bis zum IM6
Am anderen Ende der Modellpalette zeigt MG, dass die Marke längst nicht mehr nur auf günstige Fahrzeuge setzt. Mit Modellen wie MG IM5 und MG IM6 rückt
die Marke stärker in technologieorientierte und höherpreisige Segmente vor. Der MG IM5 ist eine elektrische Limousine, während der IM6 als Elektro-SUV positioniert ist.
Beide setzen stark auf:
- digitale Assistenzsysteme
- Konnektivität
- hohe elektrische Leistung
- moderne Infotainment-Systeme
- umfangreiche Komfortausstattung
MG Cyberster: Elektrischer Roadster erinnert an die Vergangenheit
Besonders deutlich wird die Verbindung zwischen alter und neuer MG-Welt beim MG Cyberster. Der rein elektrische Roadster greift eine Fahrzeugart auf, für die MG jahrzehntelang bekannt war. Statt eines kleinen Verbrennungsmotors arbeitet im Cyberster jedoch ein elektrischer Antrieb. In der stärksten Version leistet der Roadster bis zu 510 PS. Damit verbindet MG seine historische Identität als Roadster-Marke mit der heutigen Elektrostrategie. Der Cyberster bleibt gleichzeitig ein Nischenmodell – ähnlich wie die klassischen MG-Roadster der Vergangenheit.
Warum setzt MG auf so viele unterschiedliche Antriebe?
MG verfolgt damit eine andere Strategie als Hersteller, die in Europa ausschliesslich Elektrofahrzeuge anbieten. Nicht jede Kundin und jeder Kunde möchte bereits vollständig elektrisch fahren. Mit Benzinern, Vollhybriden, Plug-in-Hybriden und Elektroautos kann MG unterschiedliche Bedürfnisse gleichzeitig abdecken. Das ist gerade in einer Übergangsphase der Automobilindustrie ein Vorteil. Wer hauptsächlich kurze Strecken zurücklegt und zuhause laden kann, findet beispielsweise ein Elektroauto. Wer weiterhin flexibel mit Verbrennungsmotor unterwegs sein möchte, kann einen Hybrid oder Benziner wählen.
MG Schweiz: Eine breite Modellpalette als Erfolgsrezept
Auch auf dem Schweizer Markt baut MG sein Angebot kontinuierlich aus. Die Marke versucht dabei, zwei Eigenschaften miteinander zu verbinden: moderne Technik und vergleichsweise attraktive Preise. Genau das könnte eine wichtige Positionierung zwischen etablierten europäischen Herstellern und neuen chinesischen Konkurrenten darstellen.Denn während viele neue chinesische Marken in Europa zunächst fast ausschliesslich mit Elektroautos auftreten, deckt MG praktisch das gesamte Antriebsspektrum ab.
Gehört MG zu SAIC?
Ja. MG gehört heute zum chinesischen Automobilkonzern SAIC Motor. Nachdem die britische MG Rover Group 2005 insolvent geworden war, übernahm zunächst Nanjing Automobile die Marke MG. 2007 wurde Nanjing Automobile von SAIC übernommen. Seitdem gehört MG zum SAIC-Konzern. Die heutige Marke MG ist damit organisatorisch und wirtschaftlich Teil eines chinesischen Automobilherstellers, führt aber ihre britische Markenidentität weiter.
Sind MG Autos chinesische Autos?
Aus technischer und wirtschaftlicher Sicht sind heutige MG-Modelle stark chinesisch geprägt. Entwicklung, Konzernsteuerung und ein grosser Teil der Produktion liegen im Umfeld von SAIC. Gleichzeitig nutzt MG weiterhin seine britische Herkunft als Teil der Markenidentität. Deshalb ist die häufig verwendete Beschreibung „britische Marke mit chinesischer Technik“ durchaus passend – sie vereinfacht die komplexe Unternehmensgeschichte allerdings.
Was kostet ein MG in der Schweiz?
MG deckt inzwischen eine grosse Preisspanne ab. Zu den günstigsten Modellen gehört der MG3 Benziner ab CHF 16'490. Der elektrische MG IM5 startet bei CHF 41'990, während der Elektro-SUV MG IM6 ab CHF 49'990 angeboten wird. Weitere Modelle positionieren sich dazwischen oder darüber. Damit versucht MG sowohl preisbewusste Käufer als auch Kundinnen und Kunden anzusprechen, die leistungsstarke und technisch umfangreich ausgestattete Elektrofahrzeuge suchen.
Chinesischer Neustart bringt MG zurück
MG hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Aus einer angeschlagenen britischen Traditionsmarke ist unter chinesischer Führung ein international ausgerichteter Autohersteller mit einer breiten Modellpalette geworden. Die Verbindung zur Vergangenheit bleibt sichtbar. Mit dem Cyberster gibt es wieder einen Roadster, und auch das Versprechen eines attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses erinnert an frühere MG-Modelle. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Breite des heutigen Angebots. Elektroautos, Plug-in-Hybride, Vollhybride, Benziner, Kleinwagen, SUV und leistungsstarke Elektrofahrzeuge: MG ist heute deutlich breiter aufgestellt als zu britischen Zeiten. Genau darin könnte der Schlüssel zum weiteren Erfolg in der Schweiz liegen.
Häufige Fragen zu MG
Ist MG eine chinesische Marke?
MG stammt ursprünglich aus Grossbritannien, gehört heute aber zum chinesischen Automobilkonzern SAIC Motor.
Was bedeutet MG?
MG geht auf den Namen Morris Garages zurück. Die Marke entstand in den 1920er-Jahren in Oxford.
Wem gehört MG heute?
MG gehört heute zu SAIC Motor aus China. Der Konzern übernahm 2007 Nanjing Automobile, das MG nach der Insolvenz von MG Rover erworben hatte.
Wo werden MG Autos gebaut?
Die heutigen MG-Modelle werden unter der Verantwortung des chinesischen SAIC-Konzerns entwickelt und produziert. Je nach Modell und Absatzmarkt können unterschiedliche Produktionsstandorte zum Einsatz kommen.
Welche MG Modelle gibt es in der Schweiz?
Das Schweizer Angebot umfasst derzeit unter anderem MG3, MG ZS, MG HS, MG4 EV, MGS5 EV, MGS6 EV, MG IM5, MG IM6, MG Cyberster sowie verschiedene Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Versionen.
Gibt es MG als Elektroauto?
Ja. MG bietet mehrere reine Elektroautos an, darunter MG4 EV, MGS5 EV, MGS6 EV, IM5, IM6 und Cyberster.
Gibt es MG auch als Hybrid?
Ja. In der Schweiz werden sowohl Vollhybride als auch Plug-in-Hybride angeboten. Dazu gehören beispielsweise MG3 Hybrid+, ZS Hybrid+, HS Hybrid+ und HS Plug-in-Hybrid.
Gibt es MG noch als Benziner?
Ja. MG bietet in der Schweiz weiterhin Benzinmodelle wie MG3, ZS und HS an.
Was kostet der günstigste MG in der Schweiz?
Der MG3 Benziner wird aktuell ab CHF 16'490 angeboten.
Ist MG eine britische oder chinesische Automarke?
Beides trifft teilweise zu: MG ist eine historische britische Automarke, befindet sich heute aber im Besitz des chinesischen SAIC-Konzerns.