10 verblüffende Auto-Fakten, die selbst Autofans überraschen

Streetlife News mit PS, Opel-Oldtimer in Grün
Man glaubt, alles über Autos und Verkehr zu wissen, und dann stösst man auf diese kuriosen Fakten. Wusstest du, dass Audi heute nur noch wegen Mercedes existiert?

1. Der schnellste Tesla ist nicht mehr von dieser Welt

Es war ein genialer Marketing-Coup: 2018 liess Elon Musk einen Tesla Roadster mit SpaceX ins All schiessen. Der rote Roadster umrundet seither die Sonne, kreuzt die Umlaufbahnen von Mars und Erde und könnte eines Tages als «schnellste Sternschnuppe» verglühen – mit bis zu 121’000 km/h, je nach Position in unserer Atmosphäre.

Sein Standort nach vier Milliarden Kilometern? Das verrät die Webseite whereisroadster.com (https://www.whereisroadster.com/). Übrigens: Die einzigen anderen Fahrzeuge im All sind die drei elektrischen Mondautos der NASA aus den 1970er Jahren, die auf dem Mond geparkt sind und 26 bis 36 Kilometer zurücklegten.

Tesla im Weltall

2. Der Espace war ursprünglich kein Renault

In den 1980er Jahren war der Espace einer der erfolgreichsten Vans. Ein Meisterwerk von Renault? Keineswegs. Entwickelt wurde er von Matra für Talbot (ehemals Simca). Doch als das Fahrzeug fertig war, stand Talbot kurz vor dem Aus, und Peugeot, die Muttergesellschaft, sah keinen Markt für den innovativen Van. Renault erkannte die Chance, übernahm das Projekt und landete einen grossen Erfolg. Ironischerweise hätte der Espace vielleicht auch Talbot retten können, doch es war zu spät. Der Talbot Arizona wurde schliesslich als Peugeot 309 verkauft – ebenfalls ein Erfolg.

Renault Espace 2000 GTS in Silber, im Hintergrund ein Doppeldecker

3. Tempo 30 endet an Kreuzungen

Das kennt jeder: Man fährt in eine 30er-Zone und fragt sich, ob nach der Kreuzung wieder Tempo 50 gilt. Was viele nicht wissen: Nicht alle Tempo-30-Beschränkungen werden durch Schilder aufgehoben.

Diese zwei Regeln gelten: 30er-Zonen mit rechteckigem Schild werden am Ende immer durch ein Signal aufgehoben. Tempo-30-Strecken mit rundem Schild gelten bis zur nächsten Kreuzung. Kommt danach kein neues Tempo-30-Schild, gilt automatisch wieder Tempo 50.

Tempo 30 Schild und im Hintergrund ein Tram

4. Warum Kondome «Gummis» genannt werden

Charles Goodyear erfand das Verfahren zur Vulkanisierung von Kautschuk – was wir heute als «Gummi» kennen. Damals waren Reifen noch kein Thema, also produzierte er ab 1855 Gummi-Kondome, die Schafdärme und Fischblasen als Verhütungsmittel ersetzten.

Die Reifenfirma Goodyear, die nach ihm benannt wurde, entstand erst 1898, lange nach seinem Tod. Der Begriff «Pariser» für Kondome stammt übrigens von einer Pariser Firma, die zur gleichen Zeit ein Kondom mit Reservoir entwickelte und es als «Le Parisien» vermarktete.

5. Der Ursprung von «Dasselbe in Grün»

In den 1920er Jahren hatte Citroën Erfolg mit dem 5CV, den Opel 1924 einfach kopierte und als erstes deutsches Massenauto verkaufte. Weil der Citroën gelb war, entschied sich Opel für Grün, was dem Fahrzeug den Spitznamen «Laubfrosch» einbrachte.

Citroën klagte wegen des Plagiats, aber das Gericht entschied, dass die Farbänderung ausreichte. Der Volksmund war kritischer und prägte die Redewendung: «Das ist doch dasselbe in Grün».

Opel Oldtimer in Grün

6. Der Tankdeckel-Hinweis

Viele Fahrer sind überrascht: Woher weiss man bei einem neuen oder gemieteten Auto, auf welcher Seite der Tankdeckel ist? Früher gab es die Regel: Europäische Autos hatten ihn oft rechts, asiatische links. Doch in der globalisierten Autowelt gilt das nicht mehr. Deshalb gibt es in fast jedem Auto neben der Tankanzeige einen kleinen Pfeil, der auf die Seite des Tankdeckels hinweist.

Tankdisplay

7. Mercedes rettete Audi – und damit VW

Die Geschichte ist komplex, aber spannend: Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die deutsche Auto Union im Sterben. Deren vier Marken (daher die vier Ringe im Logo) waren entweder tot (Audi, Horch, Wanderer) oder krank (DKW). Mercedes griff 1958 zu, baute in den Werkshallen Laster, aber entschied, DKW aus Ingolstadt zu retten. Weil DKW nur Zweitakt-Kleinwagen hatte, entwickelte Mercedes ein modernes Mittelklasse-Auto samt Viertaktmotor. Doch DKW zickte so lange, bis das neue Auto als Zweitakter kam, floppte und Mercedes genug hatte und DKW an VW verkaufte.

VW wollte dort Käfer bauen. Aber die Mercedes-Entwicklung war top. Also auf ein Neues, diesmal mit dem Viertaktmotor und unter dem von VW mit eingekauften Namen Audi. Dieser erste Nachkriegs-Audi (später 60/75/90 genannt) mit Mercedes-Genen wurde 1965 zum Erfolg. Und wenige Jahre später rettete Audi dann Volkswagen: Anfang der 1970er-Jahre stand Wolfsburg vor dem Aus, weil niemand mehr Käfer und Co. wollte. Doch der bei Audi gebliebene Ex-Mercedes-Chefingenieur Kraus hatte Audi 50 und 80 fertig. VW machte sie zu Polo und Passat. Dieser Erfolg überbrückte, bis der Golf fertig war.

8. Der grösste Reifenhersteller ist gar keiner

Normalerweise wetteifern Bridgestone und Michelin um den Titel des grössten Reifenherstellers. Doch der wahre Spitzenreiter ist Lego: Jährlich werden dort fast 400 Millionen Miniatur-Reifen produziert.

Lego Van in Hellblau, eine Hand baut das Auto zusammen

9. Marty McFlys Auto scheiterte an einem Kokain-Skandal

Der DeLorean DMC-12, bekannt aus «Zurück in die Zukunft», ist eine Legende. Doch kaum jemand erinnert sich daran, dass die serienmässige Produktion des Modells durch einen Kokain-Skandal verhindert wurde.

John DeLorean, der Gründer der Marke, geriet aus finanziellen Gründen in einen Drogendeal, der sich als FBI-Falle entpuppte. Obwohl DeLorean später freigesprochen wurde, war das Ende des DMC-12 nach nur 9000 produzierten Autos besiegelt.

De Lorean DMC in Silber, John De Lorean lehnt sich an das Auto, Türen offen, kleines Dorf im Hintergrund

10. Das Model T war nicht immer schwarz

Das berühmte Zitat von Henry Ford: «Jede Farbe, die der Kunde wünscht – solange es Schwarz ist» trifft nicht ganz zu. Das Model T wurde ab 1908 in verschiedenen Farben verkauft, darunter Grau, Grün und Rot.

Erst 1914, mit der Einführung des Fliessbands, gab es das Model T zunächst nur in Schwarz, was die Produktionskosten senkte und es zum ersten Massenauto machte. Später kamen jedoch wieder verschiedene Farben ins Angebot. Ford selbst erfand das berühmte Zitat später, um seine Fliessband-Geschichte auszuschmücken.

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