In diesen Ländern sind Blitzer-Apps strikt verboten

Käseplatte
Etwas zu schnell unterwegs und schon tappt man in die nächste Radarfalle. Blitzer-App und Navi-Warnsignale sind aber kein guter Schutz vor diesem Schreckmoment. In der Schweiz sind sie verboten.

Für Temposünder sind Blitzer-Apps, Navi-Warnsignale und Störsender verlockende Gadgets. Ausländische Händler bieten sie online an und versprechen damit Schutz vor fiesen Radarfallen. Doch ein Blick auf die europäischen Gesetze zeigt: Wer die Geräte verwendet, riskiert teure Konsequenzen.

In der Schweiz sind solche Warnsysteme gemäss Artikel 98 des Strassenverkehrsgesetzes SVG seit zehn Jahren illegal. Verboten ist nicht nur die Nutzung, sondern auch das Einführen, Anpreisen, Verkaufen und die Weitergabe. Verstösse können Bussen von bis zu 500 Franken nach sich ziehen.

Doch halten sich die Fahrzeuglenkenden in der Schweiz daran? «Unser verkehrspolitischer Fokus liegt eher auf sicherheitsrelevanten Faktoren wie Fahrfähigkeit, Ablenkung oder grobe Geschwindigkeitsüberschreitungen», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Und weiter: «Wir müssten ja die Smartphones von Lenkenden nach verbotenen Apps durchsuchen und das ist in der Masse einfach nicht praktikabel.» Gemäss Graser komme es praktisch bei jeder Lasermessung der Kapo Aargau zu Verstössen. «Ein Einfluss verbotener Warnmeldungen ist bei uns daher nicht spürbar.»

Etwas genauer schaut die Kantonspolizei Zürich hin. Der Trend zum Smartphone sei deutlich spürbar: «Heute werden fast ausnahmslos nur noch Warn-Apps verwendet, Radar-Warngeräte sind nur noch selten anzutreffen», sagt Sprecher Ralph Hirt. Wie hoch die Busse ausfällt, hängt stark vom eingesetzten Mittel ab. «Verstösse werden schriftlich an das zuständige Statthalteramt rapportiert», erklärt Hirt weiter. Statthalter haben die Befugnis Bussen in der Höhe von bis zu 500 Franken auszusprechen.

Deutlich strenger sanktioniert zum Beispiel Frankreich den Verstoss. Hier droht die Konfiszierung des Fahrzeugs, wenn Radarwarner fest im Auto installiert sind und nicht schnell entfernt werden können. Belgien und Luxemburg verhängen ebenfalls strenge Strafen, in schwerwiegenden Fällen kann hier sogar eine Haftstrafe ausgesprochen werden.

Der allgemeine Deutsche Automobil-Club ADAC hat die Regeln in den europäischen Ländern in einer Liste zusammengefasst. Diese zeigt, verboten sind Warnapps europaweit. Mit einer Ausnahme: In Rumänien sind sowohl fest installierte Geräte als auch Blitzer-Apps noch erlaubt. Die Regierung prüft aktuell allerdings ein mögliches Verbot. Die ganze ADAC-Liste gibt es hier:

Liste mit Ländern und dem Status von Blitzer-Apps
Liste des ADAC. Angaben ohne Gewähr.

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